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25.07.2014 12:02 Alter: 3 yrs
Von: Susanne Jochner

Waldbrandgefahr in den Alpen

Neue Messstationen in den Ammergauer Alpen installiert


Die Mitarbeiter des Fachgebiets Ökoklimatologie legen einen langen Fußmarsch mit schwerem Gepäck zurück, um die Stationen zu montieren.

Die Messstationen mit Solarpanel am Kramer-Höhengradienten bestimmen die Temperatur und den Feuchtegehalt von standardisierten Holzstäben.

Um die Waldbrandgefahr in Bergökosystemen abzuschätzen, sind detaillierte standortspezifische Untersuchungen notwendig. Dies wird nun durch drei neue Messstationen des Fachgebiets Ökoklimatologie in den Ammergauer Alpen ermöglicht. Entlang des südexponierten Höhengradienten am Kramer bei Garmisch-Partenkirchen montierten die Wissenschaftler Sensoren, um die Temperatur und den Feuchtegehalt von standardisierten Holzstäben zu bestimmen. Diese Stäbe simulieren das Verhalten der Bodenstreu und können damit die sogenannte Brennstofftemperatur und –feuchte feststellen.

„Es ist wahrscheinlich, dass sich im Zuge der Klimaänderung auch die Häufigkeit von Waldbränden ändert“, so Dipl.-Ing. Christian Schunk. „Wärmere und trockenere Wetterbedingungen können vor allem hier, an Südhängen mit lichtem Kiefernbestand und üppigem Grasbewuchs, Gefahrensituationen hervorrufen.“ Auch steht der Einfluss von Inversionen, Wetterlagen bei denen die Temperatur mit der Höhe zunimmt, im Interesse der Forschung. Denn derartige Situationen können z.B. im Spätherbst, wenn die Waldbrandgefahr zurückgegangen ist, die Brandentstehung fördern.

Die installierten Stationen befinden sich in einer Höhe von 900, 1300 und 1600 Metern und messen im 10-Minuten-Takt die örtlichen Bedingungen. Die Messwerte werden auch mit den Daten der nahegelegenen Klimastation an der Felsenkanzel und daraus berechneten Waldbrandindizes verglichen. „Mit diesen innovativen Messmethoden und Vergleichen sind wir nun in der Lage, die aktuelle Waldbrandgefahr äußerst präzise zu bestimmen“, freut sich Prof. Dr. Annette Menzel, Leiterin des Fachgebiets Ökoklimatologie.

Die Daten, welche jeweils zur vollen Stunde automatisch zum Fachgebiet Ökoklimatologie übertragen werden, können Sie online abrufen.