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10.01.2013 11:14 Alter: 5 yrs
Von: Christina Schuster

Die Kiefer im Klimawandel

Forschungsaustausch mit Schweizer Kollegen


Dr. Thomas Wohlgemuth von der WSL (Bildmitte) erklärt den Einfluss von Trockenjahren auf das Wachstum der Kiefern

Besichtigung der Versuchsfläche zum Einfluss von Trockenstress und erhöhtem CO2 auf verschiedene Kiefernprovenienzen im Wallis

Mit warmen Sommertemperaturen und nur 600 mm Niederschlag im Jahr ist das Wallis die trockenste Region der Schweiz. Unter diesen Bedingungen kommen unsere heimischen Waldbäume an die Grenzen ihrer Überlebensfähigkeit, so hat die Buche in dieser Region ihre Verbreitungsgrenze erreicht. An den Südhängen führen die extremen klimatischen Bedingungen zu einem lichten Waldbestand von Flaumeiche, Kiefer und Wacholder, der von seiner Struktur und Artenzusammensetzung an mediterrane Waldbestände erinnert. In Zukunft wird der Klimawandel vermehrt Dürreperioden mit sich bringen, die den Wald schwächen und ihn zum Beispiel anfälliger für Schädlingsbefall macht. Zudem steigt das Waldbrandrisiko, so vernichtete im Trockenjahr 2003 ein Brand im Wallis innerhalb einer Nacht 300 Hektar Wald.

Im Walliser Rhonetal werden seit einigen Jahren an extremen Standorten vermehrt Absterbeerscheinungen von Kiefern beobachtet. Die Forschergruppe Störungsökologie um Dr. Thomas Wohlgemuth von der WSL startete daraufhin Experimente mit unterschiedlichen Kiefernarten und Provenienzen, um herauszufinden, welche Art oder Herkunft in Zukunft mit vermehrten Trockenereignissen und erhöhtem CO2-Gehalt am besten für den Schweizer Bergwald geeignet ist.

Mit den Projekten KLIP 10 und E³ gehen Mitarbeiter des Fachgebiets für Ökoklimatologie ganz ähnlichen Fragestellungen nach. Anfang Januar 2013 trafen sich nun beide Forschergruppen, um Fragestellungen und bisherige Ergebnisse auszutauschen und Synergien zu identifizieren. Zwei Tage mit anregenden Diskussionen und Besichtigungen der Experiment- und Forschungseinrichtungen an der WSL und im Wallis endeten mit einer Einladung der Schweizer Kollegen nach Freising, um weiter die zukünftige Eignung der Kiefer intensiv zu diskutieren.